Templin – einmal Draisine fahren

Es hatte uns schon lange gereizt, einmal eine Draisinenfahrt zu unternehmen. Anfang Juni 2016 buchten wir dann kurz entschlossen in Templin eine Draisine.

Die etwa 28 Kilometer lange Strecke von Templin nach Fürstenberg wurde im Juni 1996, also vor 20 Jahren, für Draisinenfahrten eröffnet und war damit die erste Draisinenstrecke Deutschlands. Sie ist ein Teilstück der ehemaligen 73 Kilometer langen Bahnstrecke Britz – Fürstenberg und war eine normalspurige Nebenbahn. Diese wurde im Jahr 1898/99 eröffnet und verband Britz (bei Eberswalde) über Templin mit Fürstenberg.

Wir hatten nicht vor, so weit zu strampeln. Unsere Strecke war kürzer und ging von Templin bis nach Hohenlychen, also etwa 17 Kilometer. Nachdem der Reiseproviante und die weiteren Utensilien an Bord verstaut waren, konnte es losgehen. Es wurde kräftig in die Pedalen getreten und das Ding fuhr tatsächlich los und nahm allmählich Fahrt auf. Es rumpelte und ratterte über den Schienenstrang. An Unterhaltung war nicht zu denken. Auf seine Arme und Beine musste man achtgeben, denn Brennnesseln und Sträucher zwickten und zwackten einen. Bergab war es eine gemütliche Fahrt, aber dann ging es bergauf und die beiden Pedaltreter kamen kräftig ins Schwitzen. Eine Abkühlung musste her. Da kam das Schild vom Platkowsee (9,1 Km) gerade richtig. Bis dahin und nicht weiter ging unsere Fahrt, den Rest schenkten wir uns. Die Draisine aus den Schienen gehoben und zu Fuß ging es ab zum See. Ein herrlicher See, schön kühl und schattig. Der Picknickkoffer wurde ausgepackt, Kaffee angeworfen und alles kaute genüsslich vor sich hin. Nach zwei Stunden am See ging es zurück zur Draisine. Das Ding wieder in die Schienenspur gesetzt und es wurde zurückgestrampelt zur Basisstation in Templin.

Fazit: Für Familien mit Kindern und jungen Leuten ein richtiges Gaudi. Die älteren Semester sollten es sich gut überlegen. Es ist auf alle Fälle anstrengend.

Wer keine Draisinenfahrt machen möchte, dem empfehlen wir einen Spaziergang durch den historischen Teil von Templin mit dem wunderschönen restaurierten Rathaus, dem Berliner Tor. Das gemütliche Altstadtcafé am Platz lädt zu einer Tasse Kaffee und selbst gebackenem Kuchen ein.

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