Die Burg Rabenstein im Fläming

Die Burg Rabenstein thront auf dem 153 Meter hohen „Steilen Hagen“ südlich des Dorfes Raben, einem Ortsteil der Gemeinde Rabenstein/Fläming im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Schon vom Tal aus blitzt durch die Baumkronen der Burgfried, ein mächtiger runder Wehrturm, den die Erbauer aus unregelmäßig behauenen Feldsteinen errichteten.

Wer sich den Burgmauern nähert, trifft auf eine Scheune, deren Mauern ebenfalls aus Feldsteinen bestehen. Das besondere an der Scheune ist, sie hat ein „Zollingerdach“, ein seltenes Bohlensparrendach in Tonnenform aus dem 19. Jahrhundert.

Ein Stückchen weiter befindet sich ein altes Backhaus und ein Stückchen mehr talwärts, trifft der Wanderer auf einen alten Brunnen und den Eiskeller. In früheren Zeiten ohne Kühlschrank wurde dort im Winter das Eis der Seen eingelagert.

Außen an der trutzigen, 1.70 Meter dicken Burgmauer, windet sich ein Weg entlang. Wir gehen durchs Torhaus, passieren den Burgfried und kommen in den Innenhof der Burg. Hier finden wir den Rittersaal, im einstigen Pferdestall, das Haupthaus und die Wirtschaftsgebäude. Die Außenwände aller Gebäude zur Burgmauer hin sind im damaligen Feldsteinlook erhalten geblieben. Im Innenhof dagegen leuchten die Wände im freundlichen Gelb. In der Burgstube ließ es sich bei selbst gebackenem Kuchen und einer heißen Tasse Kaffee gut aushalten, bevor es wieder mit dem Bus zurück nach Woltersdorf geht.

Die Burg Rabenstein kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Zwischen 1209 und 1212 wurde sie erbaut, um die Straße von Wittenberg nach Brandenburg/Havel im Auge zu behalten. Erwähnt wird die Burg zum ersten Mal 1251. Die erste feindliche Belagerung der Trutzburg war im Jahr 1298, das ging aus den alten Dokumenten hervor. Im Jahr 1395 wurde die Burg bei einer kriegerischen Auseinandersetzung von Magdeburger Truppen in Brand geschossen. Burg Rabenstein wechselte danach mehrfach die Besitzer, bis sie 1482 in den kurfürstlich-sächsischen Besitz überging.

Rings um die Burg, wie damals üblich, siedelten sich Handwerker und Bauern an. So auch hier, die lose Besiedlung wuchs zum Dorf Raben zusammen. Im Jahr 1377 wurde das Dorf in einer Urkunde erwähnt.

1625 erwarb ein Professor von Unruh die Burg für 20.000 Taler. Im Dreißigjährigen Krieg plünderten schwedische Truppen die Burg. Im Jahr 1663 wechselte erneut der Besitzer, eine Familie Leyser erbte Burg und Gut. Im Burgturm wurde 1717 die „Rosemarien“-Kapelle eingebaut und geweiht. Das Besitzerroulette ging munter weiter. 1786 kaufte Hofmarschall Carl August von Stangen die Festung und 1804 verkaufte er sie an die Herzogsfamilie Anhalt-Dessau. Während der Befreiungskriege wohnte der französische Marschall, Jean-Babtiste Bernadotte, der spätere schwedische König Karl XIV, in den Räumen der Burg.

Beim Wiener Kongress 1815 wurde die Burg endgültig den Preußen zugeschlagen. Die Herzöge von Anhalt-Dessau blieben die Besitzer. Aus der Burg wurde nun ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb. Die Geschäfte gingen wohl nicht so gut, denn 1920 wurde die Burg wegen Baufälligkeit gesperrt. Erst 1935 konnten Sanierungsarbeiten begonnen werden, die aber stoppten, als 1945 im Zuge der Bodenreform die Burg enteignet wurde. Jetzt diente Burg Rabenstein als Forstschule. Im Jahr 1956 wurde der Komplex in eine Jugendherberge umgewandelt, die bis 1996 bestand. Ab dem Jahr 1990 konnten wieder umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen werden, da die Burg in kommunalen Besitz überging. Sie gehört heute der Gemeinde Rabenstein.

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