Die Wehrkirche in Zaue


In der Gemeinde Ressen-Zaue, im Landkreis Dahme-Spreewald finden wir eine Dorfkirche, die ich als Kleinod bezeichnen möchte. Sie war 2013 das Ziel der Ortschronisten des Landkreises Oder-Spree.

Der trutzige Bau wurde um 1300 als Wehrkirche ohne Turm aus Feldsteinen im spätromanisch-gotischen Stil erbaut. Es war ein rechteckiger Saalbau ohne Apsis. Im Giebel befand sich eine Gruppe aus drei Fenstern.

Der Turm wurde um 1350 als Wehrturm mit 1,60 Metern dicken Mauern über dem Erdboden angebaut, unterirdisch soll er noch dickere Mauern haben. Die Fenster im Turm ähneln Schießscharten. In mittelalterlichen Kriegszeiten suchten die Einwohner hier Zuflucht.

Der Anbau der südlichen Eingangshalle erfolgte etwa 1400. Die Halle bekam einen gotischen Blendenziergiebel aus überkreuzten Rundbögen aus Backstein. Die Wandmalereien im Inneren entstanden um 1420 und weisen böhmischen Einfluss auf. Dort werden biblische Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt. Im Altarraum befindet sich die Leidensgeschichte Jesu.

Der schwebende barocke Taufengel, der eine Muschelschale in den Händen hält, wurde 1720 vom Meister Tobias Mathias Beyermann aus Lübben geschaffen.

1736 fand erneut ein Umbau statt. Die Fenster wurden vergrößert und die alte Decke wurde zu einer Tonnendecke umgestaltet. Neu kam ein Kanzelaltar hinzu.

Die Wandmalereien, die zu Luthers Zeiten übertüncht wurden, sind 1938 wieder freigelegt worden.

Die geschnitzte Madonna aus Lindenholz wurde 1971 restauriert.

Umfangreiche Restaurierungsarbeiten an, den Satteldächern, die doppellagig mit Biberschwanzziegeln gedeckt wurden und der Wolkenbemalung an der Tonnendecke im Inneren der Kirche wurden 1987 ausgeführt.

Auch der Kanzelaltar mit dem Wappen des Grafen von Schulenburg und der schwebende Taufengel wurden wieder in den Originalzustand versetzt. Die Kanzel ist mit dem kursächsischen Adler geschmückt, weil Zaue bis 1815 zu Sachsen gehörte.

Ebenfalls 1987 wurde in das 1908 errichtete Orgelgehäuse ein neues Orgelwerk, von der Firma Sauer, eingebaut.

Eine Besonderheit finden wir außerhalb der Kirche. Am Rande des angrenzenden Friedhofs liegt ein Dahliengarten. Die dort angepflanzten Dahlien stammen aus den Bauerngärten der Gegend. Jedes Jahr im September wird eine besondere Dahlie, mit dunkelroten Blüten, gesetzt. Es ist die Lieblingsdahlie von Ludwig Leichhardt, dem Australienforscher, der in Trebatsch beheimatet war.

Ein Besuch der Wehrkirche lohnt sich immer.

Über Trebatsch und Ludwig Leichhardt darüber entsteht ein extra Artikel.

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