Neulöwenberger Straußenfarm und Weihnachtsmarkt auf Schloss und Gut Bad Liebenberg


Mit der AWO-Gruppe aus Woltersdorf ging es auf zum Weihnachtsmarkt, in und um Schloss und Gut Bad Liebenberg herum.
Bevor wir aber dort hinfuhren, mussten wir uns erst einmal stärken. Deshalb hielten wir auf dem Weg in Neulöwenberg
(Gemeinde Löwenberger Land) auf der Straußenfarm der Familie Winkler an.

Eigentlich hätte man ja vom Strauß etwas essen sollen, aber da es fast Weihnachten ist, gab es die traditionelle Gänsekeule mit Rotkohl und Klößen und dazu ein paar Informationen zur Straußenzucht.
Frank Winkler betreibt seit 2001 die Straußenzucht. Brandenburg wäre dafür ein idealer Standort, da es hier auf den ausgedehnten Flächen möglich ist, die Tiere artgerecht zu halten. Ein weiterer Vorteil, die Tiere können vom Schlüpfen bis zur Schlachtung stressfrei im eigenen Betrieb gehalten werden. Auch für die Aufzucht des Nachwuchses „Kindergarten“ und den Schlachttieren gebe es ausreichendes Gelände. Vom Gastraum aus konnten wir den Straußennachwuchs beobachten.
Im Herbst 2004 kamen dann ein Besuchergelände, der Hofladen und die Gastronomie dazu. Im Hofladen können sie alles finden, was vom Strauß verarbeitet wird. Von der berühmten Straußenfeder an, über die riesigen Eier, bis hin zur Haut des Straußes aus der Handtaschen und mehr hergestellt werden. Wer mehr wissen möchte, kann sich einer Führung anschließen.

Gut gestärkt ging es nun mit dem Bus weiter zum Weihnachtsmarkt auf Schloss und Gut Bad Liebenberg.
Ein kleiner Stau am Eingang, es musste Eintritt bezahlt werden und dann waren wir drin. Es herrschte ein buntes Treiben zwischen den mit roten Schleifen und Äpfeln geschmückten Tannenbäumen. Überall waren kleinere und größere Feuerstellen zum Wärmen aufgestellt. Bei den kalten Temperaturen wurde davon rege Gebrauch gemacht. Es gab sehr vieles Handwerkliches neben den üblichen Marktständen zu sehen. Die Attraktion für die Kinder war, dass sie mit der Miniatur-Kaiserbahn, einem Nachbau des Hofzuges von Kaiser Wilhelm II., durch eine romantische Landschaft fahren konnten.
Als am Abend die weihnachtliche Beleuchtung überall erstrahlte und weihnachtliche Klänge über den Markt wehten, da konnte man Weihnachten so richtig spüren. In der kleinen Kirche erfreut ein Gospelchor diejenigen, die den Weg in die Kirche gefunden hatten.
Als dann noch der Engel vom Turm die Weihnachtsgrüße überbrachte und die Turmbläser Weihnachtsmelodien spielten, war die Romantik perfekt. Auf einmal wehte vom Turm her Goldflitter über das unter dem Turm stattfindende Gedränge. Verursacher war der Engel, der diesen Höhepunkt glanzvoll inszenierte.
Dieser Weihnachtsmarkt mit seinem Rahmenprogramm ist ein sehr besinnlicher und schöner Markt. Ein Besuch lohnt sich. Wenn nicht dieses Jahr, dann aber im nächsten sollte er auf dem Besuchszettel stehen.

Besuchszeiten für 2017

  1. Advent: 02. und 03.12.2017; 2. Advent: 09. und 10.12.2017; 3. Advent: 16. und 17.12.2017; 4. Advent: 22. und 23.12.2017 Eintritt: 2,50 € (Kinder bis 12 Jahre frei); Öffnungszeit: 12.00 – 19.00 Uhr ; Parkplätze frei

Schloss und Gut Liebenberg wird heute als Hotelanlage geführt. Die Anlage gehört zur Gemeinde Löwenberger Land und liegt im Ortsteil Liebenberg. Ein Besuch, nicht nur als Gast oder zum Weihnachtsmarkt oder anderen Veranstaltungen, lohnt sich das ganze Jahr.

Liebenberg wird erstmalig im Jahr 1627 urkundlich als Bistumsbesitz erwähnt. In dieser Zeit entstand wahrscheinlich die kleine Feldsteinkirche. Der Ort war als Rittersitz um 1580 im Besitz des Adelsgeschlechts von Bredow, die das Gut um 16. Jahrhundert als Rittergut erbaute.
Erst um 1652, nachdem das klevesche Adelsgeschlecht der von und zu Hertefeld das Gut übernommen wurde, zog durch geregelter Land- und Forstwirtschaft Wohlstand ein. Das heutige Schloss entstand um 1743 aus dem damaligen Herrenhaus. Durch den Tod von Freiherr Karl von und zu Hertefeld im Jahr 1867 starb dieser Adelszweig aus und der Besitz ging an die Großnichte Alexandrine Freiin von Rothkirch-Panthen. Durch die Heirat mit dem Grafen Philipp Conrad zu Eulenburg gelang der Besitz dann in die Familie Eulenberg. Nun wurde zwischen den Jahren 1857 und 1906 der Herrenhausflügel um einen Saalanbau erweitert und eine sogenannte Nordische Halle als abzweigender Hofriegel zur Kirche erbaut. Nach Peter Joseph Lenné Entwurf wurde im 19. Jahrhundert der ehemalige Barockgarten in einen Landschaftspark umgeformt. Eine neobarocke Villa, das Seehaus, wurde 1908 oberhalb des Sees Große Lanke fertiggestellt.
Über den Diplomaten Philipp Fürst zu Eulenburg, er war der bekannteste Schlossherr und enger Vertrauter von Kaiser-Wilhelm II. gibt es einiges zu berichten. Er führte Jagdgesellschaften in den europaweit berühmten wildreichen Wäldern durch, an denen Kaiser Wilhelm II ebenfalls teilnahm. Das enge Verhältnis wurde durch den sogenannten Eulenburgskandal erschüttert, in dem dem Fürsten vorgeworfen wurde, das Haupt eines homosexuellen Günstlingskreises um den Kaiser zu sein.
Im Jahr 1942 traf es indirekt die Familie Eulenburg wieder. Eine Enkelin des Fürsten, Libertas Schulze-Boysen wurde gemeinsam mit ihrem Mann als Mitglieder der Widerstandgruppe „Rote Kapelle“ in Berlin hingerichtet.

Nachdem die Bewohner 1945 geflohen waren, fiel die Schlosseinrichtung Plünderern zum Opfer. Aus ungeklärter Ursache brannte in dieser Zeit auch der Hofriegel aus.Gut und Schloss wurden im Zuge der Bodenreform enteignet und ging in den Besitz der SED über. Es gab in dieser Zeit starke Veränderungen an der baulichen Substanz. Im Schloss entstanden Wohnungen, Lehrlingsunterkünfte, Büros, Lager, ein Friseursalon, eine Arztpraxis und ein Kindergarten. Später verfiel das Schloss allmählich. Lediglich das Seehaus entging diesem Schicksal, da es seit dem Ende der 1940er-Jahre Sperrgebiet war und durch das Wachregiment Feliks Dzierzynski bewacht wurde. Es gab eine eigene Strom- und Wasserversorgung sowie eine direkte Telefonleitung nach Ost-Berlin. Das Seehaus diente dem Zentralkomitee der SED als Gäste- und Ferienhaus. Gäste dieses Hauses waren u.a. Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, ein sowjetischer Botschafter sowie Staatsgäste.

Nach der Wende übernahm 1991 die Treuhandanstalt das Gut und bot es 1996 zum Kauf an. Die Einwohner von Bad Liebenberg hatten vorher die Möglichkeit, die von ihnen bewohnten Häuser zu erwerben. Die DKB (Deutsche Kreditbank AG) wurde durch Übernahme der Käuferin LEG Wohnen zur Jahrtausendwende nun Eigentümerin von Schloss und Gut nebst Seehaus, zwei Seen, Feldern, Forsten und einigen Dorfhäusern. Die aufwendigen Bauarbeiten an den repräsentativen Gebäuden konnten im Jahr 2004 abgeschlossen werden. Das Anwesen ging im Jahr 2005 in Besitz der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement über. Sie pflegt Schloss und Gut Liebenberg nach den Grundsätzen des Denkmalschutzes und fördert hier Bildung, Kunst und Kultur.
Im Jahr 2010 würde das Integrationsunternehmen gegründet. In dem arbeiten Menschen mit und ohne Leistungseinschränkungen Hand in Hand und gehen so gemeinsam einer sinnstiftenden Tätigkeit nach. Hofläden, verschiedene Handwerksbetriebe und eine Künstlerzeile gestalten das Leben auf dem historischen Gutsgelände mit.
Neben den zahlreichen Veranstaltungen, wie Konzerte, Köhlerfest, Literaturherbst und Weihnachtsmarkt, zieht inzwischen jährlich viele tausend Besucher der einzigartige Charme der Gebäude und des Parks an.

 

 

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