Sawaller Luch und die Eifel

Der Ort SawallDie Straße von Trebatsch über Sabrodt, Sawall nach Zaue führt auf dem Hochplateau Swietenberge am Sawaller Luch, einer ehemaligen Torfabbaustelle in der Nähe vom Schwielochsee, vorbei.

Im Jahr 1803 wurde der Torfabbau im Sawaller Luch durch den Königlichen Torfmeister Christian Hieronymus Leichhardt betrieben. Er war der Vater des in Trebatsch geborenen Australienforschers Ludwig Leichhardt. Neben dem Torfverkauf betrieb Christian Hieronymus Leichhardt auch noch einen Holzhandel. Früh kam der junge Ludwig Leichhardt mit Naturwissenschaften in Berührung, da die Eltern rege Kontakte mit Mineralogen und Forstwissenschaftlern hatten. Es wird davon ausgegangen, dass diese frühen Kontakte für die spätere wissenschaftliche Karriere des jungen Ludwigs prägend waren.

Das Sawaller Luch ist aber auch in der heutigen Zeit noch bemerkenswert. Junge Studenten erforschten unter Leitung von Professor Rainer Herd das Sawaller Luch. sawaller luch

Es wurde dabei festgestellt, dass heute noch rund 550 000 Kubikmeter Torf dort lagern. Dieses Material könnte medizinisch angewendet werden.

Wesentlich Interessanteres brachte eine Kernbohrung zu Tage. Die Untersuchung des Bohrkernes ergab, das die Torfschicht vor etwa 13 000 Jahren entstanden ist also kurz nach der Eiszeit. Doch das war noch nicht alles. In einer Tiefe von circa neun Metern trafen die Studenten auf eine Ascheschicht. Diese daumendicke Ascheschicht stammte von einem gewaltigen Vulkanausbruch in der Eifel, die auch im Sawaller Luch ihren Niederschlag fand.

Das Sawaller Luch liegt ganz harmlos da und hat es doch faustdick hintern den Ohren, pardon unter der Erde.

 

Translate »