Hermann Busse

Hermann Busse
(1847 – 1921)

Hermann BusseHermann Busse, der märkische Schliemann, wurde durch prähistorische Ausgrabungen bekannt. Zeitweise arbeitete er im Auftrag des Märkischen Museums und als dessen Bezirkspfleger. Mehr als 2000 Urnen soll er ausgegraben haben, meist ohne Helfer mit eigenen Händen. Für seine Verdienste wurde er offiziell geehrt.

1886 bezog er in der Buchhorster Straße 4 einen Ruhesitz, den er mit eigenen Fundstücken zu einem sehenswerten Museum machte. Ausgrabungen hatte er auch in Woltersdorf gemacht, darunter ein bronzezeitliches Gräberfeld an der Schönebecker Grenze, ein Urnenfeld auf dem Sprintberge an der Grenze zum Köpenicker Forst sowie Funde am Bauersee und am Woltersdorfer Kietz. Teile der Busse’schen Urnensammlung waren Anlass und Grundstock für das 1934 eröffnete Woltersdorfer Heimatmuseum. Infolge der Kriegseinwirkungen sind davon nur noch wenige Stücke erhalten.

Von Beruf war der aus Treuenbrietzen stammende Hermann Busse Seifensiedermeister wie sein Vater und hatte es in jungen Jahren zum technischen Leiter der Keibelschen Seifenfabrik in Berlin gebracht.

Er litt an schweren Gelenkrheumatismus, den er durch Naturheilmethoden, vor allem Bewegung an frischer Luft, auskurieren wollte. Deshalb unternahm er ausgedehnte Wanderungen. Kontakte mit dem Verein für die Geschichte Berlins regten ihn an, bei diesen Wanderungen durch heimatliche Fluren nach Überbleibseln der Vergangenheit zu suchen. So kam er als Amateur zur Archäologie. Durch Fleiß und Erfolge wurde er bald geschätztes Mitglied von fachwissenschaftlichen Gesellschaften, in denen er oft von seinen Funden berichtete.

Translate »