Die Woltersdorfer Schleuse

Woltersdorf Schleuse

Die Geschichte der Schleuse in Woltersdorf zwischen Kalksee und Flakensee ist eng mit dem Rüdersdorfer Kalksteinbruchbetrieb verknüpft. Die natürlichen Kalksteinvorkommen sind einmalig in Deutschland. Es sind die Muschelkalkhöhen die da zutage treten, wo der Untergrund der eiszeitlichen Schuttdecke freigelegt wird. Das Ganze kann im Tagebaubetrieb abgebaut werden. Dieser Kalkbruch, war im Besitz des Klosters Zinna und dessen größte Einnahmequelle. Die Zisterzienser Mönche versorgten damals die Monarchie mit dem heißbegehrten Baustoff.

Die günstige Lage an schiffbaren Gewässern vereinfachte den Transport enorm. Das im Jahre 1559 errichtete erste Stauwerk zwischen Kalk- und Flakensee in Woltersdorf zur besseren Befahrbarkeit der Gewässer, verfiel im dreißigjährigen Krieg. Erst 1640 wurde das Stauwerk, was bisher nur ein Schiffsdurchlass war, durch eine Kammerschleuse ersetzt.

Da der Kalksteintransport um das Jahr 1850 auf bis zu 216000 m3, was einem jährlichem Schiffsaufkommen zwischen 15000 und 16000 Schiffen entsprach, anwuchs, verbreiterte und vertiefte man den Kanal in den Jahren 1865 bis 1879 zwischen Mühlenteich und Kalksee  damit er besser schiffbar wurde. Man beschloss und baute dann zwischen 1880 bis 1881 eine neue Schleusenanlage. Sie war 7,55 m breit und 46,50 m lang. Die Baukosten betrugen 389 657 Mark. Am 8. Mai 1882 fuhr das erste Schiff durch die Schleuse.

Bald stieß man aber erneut an die Kapazitätsgrenzen der Schleuse, so dass sie im Jahr 1893 auf 67m verlängert wurde.

Erst in den Jahren 1957 bis 1959 waren dann wieder weitere Ausbaumaßnahmen erforderlich. Der Kanal erhielt durch Ausbaggern eine Abladetiefe von 1,85 m und parallel dazu entstanden drei neue Brücken.

Die Straßenbrücke über die Schleuse, die bis 1959 eine Holzbrücke mit einer zweiteiligen Klappkonstruktion und mechanischem Hubantrieb war, ersetzte man durch eine einfache Klappbrücke mit hydraulischem Antrieb. Auch die 1959 noch vorgelagerte Fußgängerbrücke wurde in eine Fußgängerbrücke in Stahlkonstruktion, die das Überqueren der Schleuse selbst bei hochgezogener Klappbrücke ermöglicht, umgebaut. Im Umfeld der Schleusenanlage gab es im gleichen Jahr ebenfalls noch Erweiterungen. Das Errichten einer Bootsschleppe zwischen Schleuse und Wehranlage ermöglichte kleinen Booten, per Hand, mit einem Bootswagen auf einer Slipanlage vom Kalksee zum Flakensee gezogen zu werden, ohne durch die Schleuse zu müssen.

Eine Grundinstandsetzung der Schleuse sowie der Strassen- und Fußgängerbrücke war erst wieder in den Jahren von 1998 bis 1999 nötig.

Ein Neubau der Wehranlage wurde im Jahr 2002 erforderlich und zwischen 2006 und 2007 kam dann noch die Erneuerung der Steganlage für die Bootsschleppe dazu.

Daten zur Schleuse:
Die Schleuse ist 67 m lang und 8,25 m breit. Sie bewältigt einen Höhenunterschied von 2,10 m. Die Schleusenzeit dafür beträgt ca. 15 Min.

Wer Lust hat, kann hier per Video durch die Schleuse schippern.

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