Fahrt im Mai 2011

Fast pünktlich gegen 8:00 Uhr starteten wir mit dem mit 46 Reiseteilnehmern besetzten Bus in Woltersdorf vom Thälmann-Platz zu unserem diesjährigen Tagesausflug.

rast5Stimmung und Wetter waren sehr gut, so dass eigentlich nichts mehr schief gehen konnte. Gisela Schuldt als Vorsitzende des Verschönerungsvereins sprach ein paar einleitende Worte und Manfred Schiemann stimmte uns auf die bevorstehenden Stationen der Fahrt ein. Unser Busfahrer; Ingolf Noak vom Fahrschulcenter Frankfurt Oder, steuerte das Ganze sicher durch den Verkehr dem ersten Halt, einem kleinen Picknick, entgegen. Leider verhinderte eine Umleitung den eigentlich angedachten Haltepunkt, aber der Ersatzparkplatz kurz hinter Döbern an einem See war auch nicht schlecht. Es gab Würstchen, Brötchen, Boulettchen und Sekt. So gestärkt setzten wir unsere Fahrt, es waren noch 10 Km, nach Bad Muskau, unserem ersten Etappenziel, fort.

In Bad Muskau konnten wir unter fachkundiger Führung den Fürst Pückler-Park besichtigen. Der Park wurde am 2. Juli 2004 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Ursprünglich umfasste er ein Areal von 830 Hektar und war damit der größte Landschaftspark in Zentraleuropa, der im englischen Stil erschaffen wurde. Hermann, Fürst von Pückler Muskau hat unter dem Motto „Ein Park muss wie eine Gemäldegalerie sein, alle paar Schritte soll ein neues Bild die Seele erfreuen“ erschaffen. Heute befinden sich zweidrittel des Parks jenseits der Neiße auf polnischem Gebiet. Auf der deutschen Seite sind 200 Hektar verblieben. park21Diese gliedern sich in drei Teile: Badepark, Bergpark und Schlosspark. Unsere Führung ging durch Teile des Schlossparks, der mit seinen Sichtachsen schon imposant ist. Da steht das liebevoll restaurierte Alte Schloss „Rentamt“, in dem sich ein Standesamt befindet. Der Blick streift das Neue Schloss mit der restaurierten Fassade und den verspielten Turmverzierungen, gleitet dann weiter zu den beiden Löwen, die die Treppe hinab in den Schlosspark flankieren. In der Mitte der Schlosswiese stehen drei kanadische Pappeln, die ersten wurden 1830 gepflanzt, sie werden altersbedingt immer wieder erneuert. Es ging weiter zum Blauen Garten mit der Fuchsienbrücke, entlang an einem Wasserfall und der Karpfenbrücke. An einer uralten Platane kamen wir zum Pleasureground. Unser Blick streifte über die Tränenwiese zum Neuen Schloss. Der Führer gab auch so manche Anekdote  über den Fürsten zum Besten. Ein Kind von Traurigkeit war Fürst Pückler wohl nie gewesen. Der Rundgang endete wieder am Neuen Schloss, dort konnte man eine Ausstellung über das Leben von Fürst Pückler besuchen. Die Zeit war einfach zu kurz um alle Eindrücke aufzunehmen, denn schon hieß es auf, auf zum Kaffee König, das Mittagessen wartet!

Nach dem guten Mahl gingen wir unser nächstes Etappenziel an. Es war im wahrsten Sinne des Wortes süß. Wir fuhren nach Hornow zur schoko6Confiserie Felicitas. Die Firma wurde 1992 von zwei Belgiern, Goedele Matthyssen und Peter Bienstman, in einer alten ehemaligen 35qm großen LPG-Küche gegründet. Später kauften sie das Gelände von der Treuhand und konnten die Firma bis 2004 auf 2000 qm erweitern und bis heute 50 Frauen als Chocolatiers ausbilden. Hier wird das Konfekt noch per Hand individuell, aus feinster belgischer Schokolade, hergestellt. Wir konnten beim Formen und Verzieren von Schokoladentauben durch ein Schaufenster zuschauen. Im angrenzenden Laden gab es all die süßen Dingen, mit denen wir uns reichlich eindeckten. Da wir gut im Zeitrahmen lagen, machte unser Reiseleiter Manfred Schiemann den Vorschlag: wenn wir schon mal hier sind, dann können wir auch noch einen Abstecher zu Erwin Strittmatters Laden machen. Gesagt, getan. Ein kurzes Telefonat und die Freunde des dortigen  Museumsvereins in Bonsdorf ließen uns auch außerhalb der Öffnungszeit ein.

laden1Es ist ein ganz verwinkeltes Haus und man ahnt von außen nicht, wie groß es eigentlich ist. Der Laden ist ein zeithistorisches Bild der 20er und 30er Jahre. Liebevoll werden dort die Erinnerungsstücke gepflegt. Alles wurde im Original erhalten und bewahrt und es ergab sich so ein sehr plastisches Bild des damaligen Lebens. Vom Laden geht es in die Küche und von dort in die Wohn- und Schlafstube und weiter in die Backstube.

Von Bonsdorf fuhren wir weiter nach Dubrau. Die dortige Baumschule war unser letzter Punkt im Programm. center20Die Gärtnerei ähnelte einem Landschaftsgarten, nur etwas kleiner als Pücklers Park in Bad Muskau. Imponierend fand ich die vielen geschnitzten Holzfiguren, die über das ganze Gelände verstreut aufgestellt waren. Viele rustikale Sitzgelegenheiten luden zum Ausruhen und Verweilen ein. Die Gärtnerin gab sich viel Mühe, alle unsere Fragen fachkundig zu beantworten. Der eine oder andere nahm noch eine Pflanze für seinen Garten mit, auch wir suchten und fanden einen Apfelbaum. Wir, inzwischen fußlahm und müde, freuten uns auf die jetzt anstehende Heimfahrt. Ingolf, unser Chauffeur, lenkte die Nase seines Busses in Richtung Woltersdorf, wo wir gegen 20:00 Uhr kaputt, aber gut gelaunt eintrafen. Da war keiner der maulte, allen hatte der Tag gut gefallen.  Der vielstimmige Tenor war: Wir hatten einen schönen Tag und wollen nächstes Jahr wieder ein Ziel ansteuern. Manfred, unser Reiseleiter, dem wir alle recht herzlich für seine viele Arbeit danken, hat sich darüber bereits Gedanken gemacht. Sein Grobkonzept beginnt im Storchendorf Rühstädt in der Prignitz und endet in Lenzen. Die Feinheiten werden noch ausgearbeitet.

 

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