Fahrt Mai 2013


 

Diesmal ging es schon um 07:30 Uhr los. Auf dem Programm stand ein Rundgang durch die LAGA in Prenzlau sowie Stadtführung und Besichtigung der Marienkirche. Der Kaffee sollte im Marstall vom Schloss in Boitzenburg eingenommen werden und wer noch nicht genug hatte, konnte sich einer Schlossführung durch das Schloss Boitzenburg anschließen.

Wir fuhren in unserem schönen Reisebus der Fa. Lauermann Richtung Autobahn los. Unterwegs gab es das traditionelle Bordfrühstück. Beschwingt und gut gelaunt kamen wir in Prenzlau an.

Der Führer durch die Gartenschau stand schon bereit. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, in eine die schneller und eine die gemütliche lief. Die Gartenschau wird von den Prenzlauern liebevoll das Band der „Grünen Wonne“ genannt, weil sie die über 775 Jahre alte Stadt Prenzlau mit der Uckerseenlandschaft verbindet. Auf einer Gesamtfläche von 13 ha befinden sich über 800 Bäume, 2,500 Heckenpflanzen, 9.500 Gehölze, 63.000 bodendeckende Gehölze, über 1.000 Rosen und Kletterpflanzen, 80.000 Stauden, Gräser und Farne, sowie 6.500 Wasserpflanzen. Interessant waren die Themengärten, die mit ihrer runden Form an die eiszeitlichen Wasserlöcher, den sogenannten Söllern, in den Senken der Äcker erinnerten. Es gab einen terrassenförmig angelegten Weingarten sowie einige Musterkleingärten. Auch eine Ecke für Grab- und Friedhofsgestaltung war mit eingeplant worden und passte sich sehr harmonisch in das Gesamtbild ein. Sehr schön, fand ich, war auch die Gestaltung der Uferpromenade zum Unteruckersee gelungen, wo die Blumenrabatten bis an das Wasser gingen. Von der Plattform am Ende des Steges, der weit in den See hinein reichte, konnte die bis zu 30 Meter hohe Wasserfontäne in aller Ruhe beobachtet werden.

Die schon lange bestehende Freilichtbühne wurde in die Gartenschau integriert und umgeben von Blumen finden dort zahlreiche Veranstaltungen statt.

Im umgebauten Arbeitshaus der 1841 erbauten Landarmen- und Korrigendenanstalt, im Volksmund auch Graupenpalast genannt, einem denkmalgeschützten Gebäude, befindet sich heute auf zwei Etagen die Blumenhalle. Die Ausstellung führt den Besucher durch die vier Jahreszeiten.

Ziemlich erschöpft trafen sich die Gruppen am LAGA-Restaurant wieder, um dort gemütlich das Mittagessen einzunehmen. Frisch gestärkt ging es dann um 14:00 Uhr weiter mit einer geführten Stadtrundfahrt und anschließender Besichtigung der Marienkirche. Prenzlau wurde erstmals 1187 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1234 erhielt der Ort die Stadtrechte vom Pommernherzog Barnim I. Über 200 Jahre wechselten dann die Machtverhältnisse, bis im Jahr 1426 die Stadt endgültig unter brandenburgische Herrschaft kam. Die Stadt erhielt das Privileg, sich mit einer steinernen Mauer zu umgeben. Heute gibt es 1410 Meter Stadtmauer und von den Türmen sind noch der Seilerturm und der Hexenturm mit seinem acht Meter tiefen Verlies vorhanden. Von den Stadttoren existieren noch das Schwedter Tor, das Blindower Tor und der Mitteltorturm. Prenzlau wird auch die Stadt mit „dem vier Türme Blick“ genannt. Aus einer bestimmten Perspektive kann man alle vier Türme, die beiden Türme der Marienkirche, den Mitteltorturm und den Turm der Heilig-Geist-Kapelle sehen.

Wir stoppten an der Marienkirche, unser nächstes und letztes Ziel in Prenzlau. Die Landesgartenschau ist Mitglied des Vereins „Europäische Route der Backsteingotik“ und bemüht sich darum, in Prenzlau die historische Backsteingotik, wie die Marienkirche, den Touristen näher zu bringen. Dieser Baustil ist eng mit der Geschichte der Hanse und den großen Handelsstädten im Baltikum verbunden. In dem Zeitraum vom 13. bis 16. Jahrhundert entstanden große gotische Kathedralen. Die Marienkirche in Prenzlau wurde 1340 fertiggestellt. Sie gilt als eine der schönsten und bedeutendsten Sakralbauten aus dieser Zeit. Wunderschön ist der filigrane Ostgiebel. Im Mittelalter waren die beiden Turmspitzen noch 90 Meter hoch. Heute hat die eine Turmspitze eine Höhe von 64 Metern und die andere nur noch eine Höhe von 68 Metern. Das Kirchenschiff ist 55 Meter lang, 28 Meter breit und 22 Meter hoch. Nach der schweren Zerstörung im April 1945 wurde im Jahr 1970 mit dem Wiederaufbau angefangen. 1995 erhielt der Südturm eine neue Uhr und im Jahr 2007 konnte eine erste neue Glocke eingebaut werden. Zwei weitere Glocken konnten am 14. Juni 2009 eingeweiht werden, sodass das Bronzegeläut wieder komplett ist.

Das Kirchenschiff wird für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Von dem imposanten Altar fehlen leider einige Figuren, was aber dem Gesamtbild keinen Abbruch beschert. 234 teilweise abenteuerlich enge Stufen führen in dem einen Turm der Kirche zur Türmerstube. Wer sie hinaufsteigt, wird mit einem herrlichen Blick über die Stadt und die Seenlandschaft belohnt. Unten wieder angekommen noch ein kurzer Blick auf das Denkmal von Martin Luther vor der Kirche und dann gings wieder zurück zum Bus und weiter nach Boitzenburg wo uns schon duftender Kaffee und leckerer Kuchen erwartete.

Schloss Boitzenburg, ein Schloss mit bewegter Geschichte. Es war über Jahrhunderte der Stammsitz der Familie von Arnim. Im Volksmund wurde es als „Schloss Neuschwanstein des Ostens“ bezeichnet.

Im Jahr 1276 wurde die Burg in Boitzenburg erstmalig erwähnt. Nach einigen Besitzerwechseln kam es ab dem Jahr 1528 in den Besitz der Familie von Arnim. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss teilweise zerstört und 1740 als Barockschloss ausgebaut. Zwei weitere Umbauten folgten. Im Jahr 1838 bis 1842 wurde es im neugotischen Stil erweitert und von 1881 bis 1884 stellt dann Karl Doflein das ursprüngliche Aussehen im Neurenaissance-Stil annähernd wieder her. Da das Schloss auf einer Insel steht, wurde im Jahr 1840 Peter-Joseph Lenné beauftragt, einen prachtvollen Landschaftsgarten im englischen Stil zu schaffen.

Die endgültige Grundrissform erhielt das Schloss im Verlauf des 16. Jahrhunderts. Es gliedert sich in ein Ober- und ein Unterhaus. Das höhere Oberhaus erhielt 1537/38 seine architektonische Form mit den für die Renaissance charakteristischen Zwerchhäusern, die bis heute noch erhalten sind. Das „Unterhaus“ wurde mehrfach tief greifend umgebaut. Aus der Zeit von Hans Georg von Arnim (1583-1641) stammen die aufwendigen Stuckarbeiten an der Gewölbedecke am Kamin im Jagdzimmer, die plastische Tierkämpfe und Jagdmotive darstellen. Um 1740 bis 1750 wurden noch zwei Neubauten als Flügel an das „Unterhaus“ gebaut, durch die die heutige charakteristische Form der dreiflügligen Anlage mit Mansardendach und Ehrenhof entstand. Friedrich August Stüler legte dann von 1838 bis 1842 Hand an das Unterhaus und formte es in einen Barockbau um. Hinter Zinnen verschwanden die Pultdächer und der Ehrenhof erhielt die noch heute vorhandene Terrassenanlage mit der geschwungenen Auffahrt. Lange währte dieser Umbau nicht, denn im Jahr 1881 bis 1884 wurde das Schloss noch einmal komplett umgebaut. Diesmal wurde damit Carl Doflein beauftragt. Er gestaltete das Schloss mit steilen Dächern, Gauben und Zwerchhäusern im Sinne einer historisierenden Renaissance um. Im Wesentlichen hat sich diese Form bis heute erhalten und wurde auch von 1999 bis 2005 so restauriert. Heute ist darin ein Kinder- und Jugendhotel untergebracht.

Großteile von dem wertvollen Inventar sind leider nach 1945 verloren gegangen. Der Rest wurde in das Brandenburgische Landeshauptarchiv Potsdam überführt.

Nachdem diesem Rundgang waren alle wieder zufrieden im Bus zu sitzen. Die Fußmärsche waren diesmal sehr umfangreich gewesen, trotzdem war man einhellig der Meinung, dass es ein rundum gelungener Tagesausflug gewesen sei.

 

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