Otto Tades Sommerresidenz in Woltersdorf

Die Adresse von Otto Tade findet man im Berliner Adressbuch von 1889. Er lebte in Berlin-SO in der Adalbertstraße 92. Im gleichen Haus befand sich auch sein Metall-Präge- und Walzwerk speziell für Kaffeebretter und Bratenschüsseln.

Seinen Sommersitz aber baute sich Otto Tade in Woltersdorf. In der Buchhorster Straße entstand 1885, auf einem etwa 3.000 qm großem Gelände, das Sommerhaus. Durch die Straße getrennt, gegenüber auf der anderen Seite, lies er einen Tennisplatz für die Familie bauen.

Otto Tade starb 1919. Wie es mit dem Haus dann weiterging, konnte ich bisher nur in Bruchstücken recherchieren. Nach Otto Tade wohnte dort eine Zeit lang die Familie Riedel. Ob sie Eigentümer oder Mieter waren, ist unklar. Einzig bekannt ist, dass der Mann von einem Gerüst zu Tode fiel. Seine Witwe gab den Wohnsitz auf. Der Tennisplatz wurde von Akazien überwuchert, es entstand ein neues Wäldchen.
Die letzte Bewohnerin des Hauses hieß Stange. Sie liebte die Akazien und ging jeden Tag auf die andere Straßenseite in den kleinen Wald. Aus ihnen bezog sie die Kraft zum Leben, so wurde mir erzählt. Als eines Tages das Akazienwäldchen abgeholzt wurde, starb sie kurz danach.

Nach der Wende, im Jahr 1991, bekam die Treuhand das Haus in Verwaltung, dass bedeutete, das es Altansprüche gab.

Der jetzige Besitzer kämpfte fast zehn Jahre darum, dieses Haus zu erwerben. Er fand nach längerer Recherche die Nachkommen, zwei Tade Damen, die eine Erbengemeinschaft bildeten. Eine der Damen lebte in Holland und ist inzwischen verstorben.

Der neue Besitzer stellte uns die Unterlagen und Fotos des Hauses zur Verfügung. Es ist schön, wenn man sieht, wie ein Haus seinen alten Glanz wiedergewinnt. Otto Tade hätte sich gefreut.

Bilder zum Vergrößern anklicken.

Mehr über Otto Tade
Otto Tades Haus Außen und Innen heute

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