Woltersdorf immer noch ohne Wappen

In den Nachbargemeinden gibt es wunderschöne Wappen, nur Woltersdorf tut sich damit schwer.

Zur Sendung des RBB am 30. August 2013 über Woltersdorf gab es einen Hoffnungsschimmer. Dort wurden drei Wappen vorgestellt.

Wappen von Olaf Miesen

Das erste Wappen kam aus der Ideenkiste von Olaf Miesen und wurde von Blumen Anders umgesetzt. Es beinhaltet symbolisch die Schleuse als roter Balken, das Oberwasser bedeutet der Kalksee, das Unterwasser ist der Flakensee, der grüne Part stellt das hügelige Waldgebiet mit den drei Kranichsbergen und ein W für Woltersdorf dar.

Was wurde aus diesem Wappen. Es verwelkte leider und bis heute kam keine Neuauflage. Schade.

 

Wappen Dr. Rainer VogelDas zweite Wappen stammt aus der Feder unseres Bürgermeisters. Es wurde hergestellt von der Bäckerei Vetter. Das blaue Band symbolisiert das Wasser, grün die Landschaft und Hügel, der Fuchs steht für Fuchsberge und der Kranich für den Kranichsberg. Leider war diesem Wappenentwurf auch kein besseres Schicksal beschieden wie dem Ersten. Es wurde in den gläsernen Turm der Alten Schule verbannt. Da es aus Marzipan gefertigt war, schmolz es in diesem Brutofen dahin. Erst verlor der Fuchs seinen Schwanz und dann wurde der Kranich flügellahm. Schließlich wurde es entsorgt.

 

Das dritte Wappen wurde, in Zusammenarbeit mit dem Landeshauptarchiv, vom Woltersdorfer Wappen Woltersdorfer VerschönerungsvereinVerschönerungsverein entworfen. Die Firma Heizung und Sanitär Woltersdorf (HSW) stellte sich dieser Herausforderung. Eine sehr solide Sache kam dabei heraus. Das Wappen kann heute noch im Glasturm der Alten Schule besichtigt werden. Was sollte dieses Wappen darstellen. Zuerst stutzt der Betrachter, ein halber Berlin Bär? Was soll das. Das hat, so wurde es erklärt, einen geschichtlichen Hintergrund. Im April 1487 verhökerte der Rittergutsbesitzer Wagenschütz sein Rittergut Woltersdorf an den Bürgermeister von Berlin für 150 Schock. Gegen alle Gewohnheiten, denn was Berlin sich einmal einverleibt hatte, gab es nicht mehr her, wurde das Gut im November 1859 an Herrn Meyn verkauft, der seine Besitzrechte nun an den Kaufmann Wolff abtrat. Über 372 Jahre war Woltersdorf  (Wdf) ein Kämmereigut von Berlin gewesen. Keine der Nachbargemeinden war jemals solange zugehörig zu Berlin. Die blauen und gelben W`s sollen die Schleuse, das Wasser und den Anfangsbuchstaben von Woltersdorf symbolisieren. Dieser Wappenentwurf wurde ebenfalls als genehmigungsfähig eingestuft.

Das zweite Wappen, so habe ich das Gefühl, modert in irgendeiner dunklen Ecke des Rathauses vor sich hin.

 Na ja, vielleicht erledigt sich ja die leidige Wappengeschichte von ganz allein und Woltersdorf kommt unverhofft zu einem Wappen, dank der zu erwartenden Gebietsreform. Wir werden sehen.

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